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Sonntagsschuss

Die Gier zu Scheitern

23. August 2020, Autor: Rabona 1976

Wir sind nicht nur fußballverrückt, sondern auch sportbegeistert. Und am meisten bewundern wir die Spieler, Sportler und Teams, die über Jahre hinweg gewinnen und auf aller höchstem Niveau jeden Tag ihre Leistung abrufen. Seid direkt mal ganz ehrlich zu euch selbst an dieser Stelle, habt ihr eure beste Leistung schon mal über vier Wochen in jedem Training und bei jedem Spiel halten können? Högschd wahrscheinlich (wie Bundesjogi sagen würde) nicht. Spieler wie Cristiano Ronaldo, Sportler wie Roger Federer oder Teams wie der FC Bayern (über)performen seit über zehn Jahren am Stück. Das ist zutiefst beeindruckend und lässt uns die Frage stellen, wie zur Hölle machen die das?

DIE Antwort darauf haben wir natürlich nicht, weder sind wir Sportpsychologen, noch kennen wir nur irgendwen der genannten persönlich. Aber uns sind in den letzten Jahren doch einige Parallelen aufgefallen, die wir hier mit euch teilen wollen.

Fokus aufs Wesentliche

Starten wir mal mit einer Beobachtung aus dem „Corona“ Champions League Turnier. Olympique Lyon war hier sicherlich die größte Überraschung und hat nach Juventus auch ManCity aus dem Turnier geworfen, den Sieg über ManCity dann jedoch gefeiert wie den Champions League Titel. Danach war im Halbfinale Endstation gegen die Bayern. Auch wenn es zu Beginn nach einer engen Kiste aussah, war es am Ende doch ein Ausscheiden ohne Chance. Paris St. Germain feierte seinen Finaleinzug bis in den Morgengrauen, als hätten sie gerade das Triple gewonnen und wir lehnen uns jetzt sehr weit aus dem Fenster, im Finale gegen Bayern werden sie keine Chance haben.* Der FC Bayern hingegen verschwand nach dem 8:2 Erfolg gegen Barca nach einem kurzen Abklatschen still in der Kabine und nach dem 3:0 Sieg gegen Lyon im Halbfinale diskutierten die Spieler teilweise noch auf dem Rasen über das Spiel. Sichtbare Freude oder Ekstase? Gab es nicht. Hansi Flick sagte nach dem Spiel gegen Lyon: „Erfolg ist nur gemietet. Und die Miete wird jeden Tag fällig.“, so sehen das offensichtlich auch seine Spieler.

Halten wir fest, Siegermentalität hat etwas mit Fokus aufs Wesentliche zu tun. Und das ist die Leistung auf dem Platz, in jedem Training, in jedem Spiel, die ganze Karriere über.

Freuen erlaubt, aber nur kurz

In die gleiche Richtung antwortete auch André Schürrle im Bild-Podcast „Phrasenmäher“ (sehr zu empfehlen das Format), als er versuchte zu erklären, warum seine eigene Karriere nach dem WM Sieg und der entscheidenden Vorlage nur noch bergab ging. Kurz zusammengefasst, hat er sich selbst einfach zu geil gefühlt und sich zu lange zu sehr für den überragenden Erfolg selbst gefeiert. Das hat er sehr selbstreflektiert zum Besten gegeben. Er selbst und viele andere Fußballer sind innerlich zufrieden, wenn sie bspw. zu Beginn eines Spiels ein Tor schießen und schalten dann unterbewusst bereits einen Gang zurück, ganz zu schweigen nach dem Gewinn eines Titels. Als Gegenbeispiel nannte er Cristiano Ronaldo, der sich über ein Tor genau so lange freut, bis der Schiri wieder anpfeift und das Spiel weitergeht, ab da zählt für ihn nur das nächste Tor. Und bei Abpfiff zählt nur das nächste Spiel und nach einem gewonnenen Titel direkt die neue Saison bzw. der neue Wettbewerb. Das erklärt auch die Aussagen nach seinem letzten Spiel für Real Madrid, als er gerade zum dritten Mal in Folge die Champions League gewann und sich noch im Siegerinterview bereits von den eigenen Fans verabschiedete. Er hatte mit Real Madrid in dem Moment wirklich alles erreicht und war offensichtlich im Kopf bereits schon bei seiner neuen Aufgabe. Oder wie Oli Kahn einst sagte, „weiter, immer weiter“. Schade, dass Schürrle nicht die gleiche Eigenschaft besaß, aber mit seiner Vorlage hat er sich für uns für immer unsterblich gemacht! Danke dafür!

Neben einem absoluten Fokus ist es also auch die Gier nach Erfolg und so hart es klingt, verknüpft mit einer sehr kurzen Freude über das Erreichte. Unser Trainer hat mal zu uns gesagt: „Zufriedenheit ist der größte Feind des Erfolgs“, das habe ich nie vergessen und zeigt sich sehr deutlich in diesem beschriebenen Beispiel.

Zähle nicht dein Scheitern

Alle guten Dinge sind drei und so haben wir als letzten Punkt noch das Scheitern ausgemacht. Alle großen Sportler oder Teams sind in ihrer Karriere im Kleinen (sei es ein verschossener Elfmeter) oder Großen (ein verlorenes Champions League Finale mit zwei Toren in der Nachspielzeit, beste Grüße an das 99er Team des FC Bayern) auch schon hart gescheitert. Kurzer Exkurs zum Basketball und Dirk Nowitzki. Sein Trainer hatte ihm damals beigebracht, wer das Scheitern nicht zählt, scheitert nicht und wer nicht scheitert, kann immer weiterspielen. Nehmen wir hier ein Beispiel aus dem historischen 8:2 der Bayern gegen Barca, das uns trotz acht Gegentoren beeindruckt hat. Ter Stegen hat bis zum Schluss nicht einen Ball weggeschlagen und das, obwohl er bei seiner Spieleröffnung mindestens vier Bälle dem Gegner direkt in den Fuß gespielt hat. Jeder von uns hätte nach dem ersten haarsträubenden Fehler jeden Ball lang geschlagen an seiner Stelle. Er nicht und in diesem Spiel sah er dabei auch nicht gut aus. Aber mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit wird Barca in den nächsten Jahren wieder einige Titel einfahren und das, richtig, mit einem Ter Stegen im Tor, der jeden Ball sicher an den Mann hinten herausspielt und als spielentscheidender Faktor gilt. Denn er zählt das Scheitern nicht, sondern glaubt an sich und sein Spiel. Deswegen steht er bei Barca im Tor und ist mit Manuel Neuer der beste Torwart der Welt. Die beiden sind sich offensichtlich sehr ähnlich im Torwartspiel oder könnt ihr euch an eine Situation erinnern, in der Manuel Neuer den Ball einfach planlos weggehauen hat?

Rabonistas überall

Das waren nur einige kurze Beispiele, was wir glauben, was Erfolg über sehr lange Zeit ausmacht. Und wir gehen noch einen Schritt weiter und behaupten, diese Eigenschaften lassen einen nicht nur im Sport, sondern auch im Beruf und ganz überspitzt im Leben lange erfolgreich sein. Zumindest den letzten Punkt haben wir uns bei Rabona 1976 groß auf die Fahne geschrieben. Vielleicht findest du diesen Beitrag völligen Quatsch oder liest diese Zeilen gar nicht mehr. Aber hey, wir zählen das Scheitern selbst auch nicht, sonst hätten wir schon längst aufgeben müssen. Wir glauben viel mehr daran, dass doch immer mehr Leute unsere Beiträge und Produkte cool finden und Rabonista werden.

Und sollen wir dir etwas verraten? Das Scheitern gibt uns Recht, sodass wir immer mehr und mehr Leute mit unserem Logo auf der Brust in unserem Team begrüßen dürfen. ?

 

*Top die Wette gilt. Beim Verfassen dieses Beitrags ist das Finale der CL Saison 2019/20 noch nicht gespielt worden. Sollte Paris sich tatsächlich Europas Krone aufsetzen, spendieren wir unter den ersten drei Mails mit dem Stichwort „Paris Saint-Germain“, die uns auf fabian@rabona1976.de erreichen, jeweils eine Kleinigkeit aus unserem Shop.